
Es gibt diesen Moment, den viele kennen: Du funktionierst. Der Kalender ist voll, die Aufgaben sind erledigt, von außen läuft alles rund. Und trotzdem meldet sich leise ein Gefühl: Ich bin gerade nicht wirklich bei mir.
Genau darüber habe ich mich kürzlich im Podcast „Kalifornische Terrassen" mit Kevin Baron unterhalten. In unserem Gespräch ging es um mein neues Buch und um die Frage, wie viel Kontakt wir eigentlich noch zu uns selbst haben. Die wichtigsten Gedanken daraus habe ich hier für dich zusammengefasst.
Genau an diesem Punkt beginnt nämlich mein neues Buch „Zeit mit mir – 30 Tage zur inneren Wahrheit". Der Ausgangspunkt war ein Urlaub in Andalusien, in dem mir auffiel, wie gut ich das Funktionieren beherrsche und wie weit ich mich dabei von mir selbst entfernt hatte. Aus dieser Beobachtung wurde über mehrere Tage ein Schreibprozess und schließlich ein Buch mit 30 Reflexionsimpulsen: vier Wochen, die bei der eigenen Wahrnehmung beginnen, über die Beziehungen zu anderen führen und bei der Wirkung nach außen ankommen.
Nicht Antworten, sondern bessere Fragen
Mir ging es nie darum, fertige Antworten zu liefern. Ratschläge gibt es genug. Was wirklich bewegt, sind Fragen, die einen eigenen Denkprozess in Gang setzen. Eine davon nutze ich in meiner Arbeit immer wieder, weil sie so schlicht wie wirksam ist: „Was hätte ich denn gern stattdessen?" Diese Frage holt dich aus der Abwärtsspirale, ohne das Unangenehme zu verleugnen. Sie richtet den Blick nach vorn, ohne den Ist-Zustand schönzureden.
Ehrlichkeit ist nicht dasselbe wie Wahrhaftigkeit
Ein Gedanke, der mir besonders am Herzen liegt: der Unterschied zwischen Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit. Ehrlich sein heißt, etwas Wahres zu sagen. Wahrhaftig sein heißt, sich selbst gegenüber stimmig zu bleiben. Auch dann, wenn das bedeutet, ein unangenehmes Gefühl erst einmal auszuhalten, statt es wegzudrücken. Wahrhaftigkeit beginnt nicht mit einer fertigen Antwort, sondern mit der Bereitschaft, mehrere – manchmal widersprüchliche – Gefühle gleichzeitig bei sich zuzulassen.
Masken sind erlaubt – solange du sie bemerkst
Dazu gehört auch ein ehrlicher Blick auf unsere Masken. Wir tragen je nach Kontext verschiedene Facetten, und das ist völlig in Ordnung. Eine Maske kann schützen und verbinden. Entscheidend ist nur die Bewusstheit: zu erkennen, wann eine Maske dir dient – und wann sie dich eher von dir selbst und anderen trennt.
Ein Impuls für dich
Vielleicht ist das der eigentliche Kern: bei sich zu bleiben ist keine einmalige Entscheidung, sondern eine kleine, tägliche Praxis. Ein ehrlicher Moment mit dir selbst genügt oft schon, um wieder Kontakt aufzunehmen.
Das ganze Gespräch mit Kevin Baron kannst du in der Folge „Die Kunst, bei sich zu bleiben" im Podcast „Kalifornische Terrassen" nachhören. Du findest die Folge bei Spotify.
Wenn du diesen Weg begleitet gehen möchtest, findest du in „Zeit mit mir – 30 Tage zur inneren Wahrheit" 30 Impulse für genau diese Praxis.
Und wenn du das Thema lieber persönlich vertiefen willst, lade ich dich herzlich zu einem unverbindlichen Kennenlerngespräch ein.
Dein Stefan